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Fotobuch als mobile Ausstellung

Mitunter ist ein Fotobuch ein komplexes Ding. Es unterscheidet sich vom Bildband, der eine Ansammlung von Fotos vereint, durch seine künstlerische Aussage. Der Editor bestimmt nicht nur die Auswahl und die Reihenfolge der Bilder, er legt auch deren Größe und Anordnung fest. Ebenso wichtig ist die gesamtheitliche Kombination von Schrift, grafischen Elementen, Papier, Bindung und dem Umschlag. Einmal gedruckt, ist die Komposition des Fotobuchs unveränderbar.

Eine Ausstellung hingegen kann nach deren Eröffnung oder wenn sie an einem anderen Ort aufgebaut wird, beliebig oft verändert werden. Kuratoren schätzen diese Flexibilität. Künstler eher nicht. Das Fotobuch garantiert ihnen, dass die künstlerische Aussage unverändert bleibt. Egal wann und egal wo das Buch gelesen wird. Auch ist es wesentlich günstiger und einfacher, ein kompaktes Fotobuch auf Reisen zu schicken als eine komplette Ausstellung. Genau genommen ist das Foto- buch selbst eine mobile Ausstellung. Wenn es nun aber in einer Vitrine ausgestellt wird, dann liegt es wie Schneewittchen im Sarg. Schön, aber irgendwie nicht lebendig. Um das Werk nicht zu zerstören, bringen Kuratoren die in einem Buch abgebildeten Fotos meist als gerahmte Ausdrucke an die Wand. Das hat zur Folge, dass in der Ausstellung die einzelnen Abzüge dominieren. Auf sie konzentriert sich die Aufmerksamkeit. Dabei ist das Fotobuch als Ganzes das eigentliche Kunstwerk. Es kann seine originäre Wirkung nur entfalten, wenn es in die Hand genommen wird oder grundsätzlich neue Formen der Präsentation gefunden werden.